Mittwoch, 12. März 2014

Nichts für schwache Nerven

Hollywood liefert ein wunderbares Psychogramm



Dieser Film beleuchtet 4 Generationen.
Vater ist seit einigen Tagen verschwunden, ein Anlass um die Familie anreisen zu lassen.
Die Wiedersehensfreude ist groß. Schnell schlägt die Stimmung jedoch um. Die alternde Mutter (Meryl Streep) trägt ihre Kindheitsverletzungen, verursacht durch ihre bösartige Mutter zur Schau. Mangelnde Mutterliebe hat sie zu einer empathielosen und nicht liebesfähigen Frau gemacht.
Sie musste immer auf der Hut sein vor den Stimmungen ihrer eigenen Mutter, sie hat gelernt Mimik und Körperhaltung zu deuten. So gelingt es ihr auch seismographisch die Menschen zu erkennen, nichts bleibt ihr verborgen, sie weiß längst, dass die Ehe der ältesten Tochter gescheitert, ihre jüngste selbstwertgestörte Tochter in ihren Cousin (Bruder) verliebt ist.
Sie bricht immer wieder einen Streit vom Zaun, als ungeliebtes Kind fühlt sie sich wertlos, sie muss sich an anderen Personen reiben können. Bedürfnisse und Defizite müssen befriedigt werden. Sie muss immer wieder Ablehnung provozieren.
Sie kannte das Familiengeheimnis über 30 Jahre und hat es gedeckelt. Nicht darüber sprechen können führte wohl schliesslich zu der Familientragödie, dem Suizid des Vaters.
Auf eine bestimmte Art ist jedes Familienmitglied unglücklich, selbst in 4. Generation. Das 14-jährige Enkelkind kifft und sucht Halt, indem es sich zum Vegetarier ernennt, zum modernen Mitläufer, die den vergifteten Zustand einer Gesellschaft ausformen.
Am Ende bleibt die alte kranke Mutter verlassen zurück. Sie hielt die Nähe einfach nicht aus.

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